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Wärmepumpe, aber richtig

Mit der steigenden Anzahl an Wärmepumpen wächst der Strombedarf zum Heizen. Der Energieversorger Polarstern weist darauf hin, dass Wärmepumpen am Ende bei niedrigem Wirkungsgrad sogar mehr Kohlendioxid verursachen könnten als moderne Erdgas- oder Ölheizungen. Es sei wichtig, effiziente Technik mit erneuerbaren Energien zu kombinieren.

29. März 2018

"Ökostromtarife sind auch im Wärmemarkt ein zentraler Schlüssel für die Energiewende und den Klimaschutz", so Florian Henle, Geschäftsführer von Polarstern weiter.

Der Markt grüner Wärmepumpentarife steckt noch in den Kinderschuhen, wie der Energieversorger mitteilt. Die meisten Haushalte beziehen für ihre Wärmepumpe Strom vom Grundversorger. Laut Bundesnetzagentur lag die Lieferantenwechselquote 2016 bei gerade einmal vier Prozent. Rund jeder zehnte Empfänger von Wärmepumpentarifen bezog einen Tarif von einem Lieferanten außerhalb der Grundversorgung.

Maximal 50 Wärmepumpentarife

Anders als im Strommarkt, wo Haushalte zwischen deutlich über 400 Stromtarifen wählen können, stehen ihm im Schnitt maximal rund 50 Wärmepumpentarife zur Auswahl, so Polarstern. "Es gibt bisher nur wenige und dann oft auch nur lokal verfügbare Tarife. Zwar wird die deutliche Mehrheit der Wärmepumpentarife als Ökostrom verkauft, jedoch ohne renommierte Gütesiegel", sagt Henle.

Nur rund jeder Achte von ihnen trage ein Gütesiegel wie das Grüner Strom Label oder das OK power Label. "Tarife ohne eines der beiden Gütesiegel leisten keinen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und die Ansprüche an die Lieferkette sind sehr niedrig, sprich wie nachhaltig das Kraftwerk Strom erzeugt und Landschafts- und Tierschutzmaßnahmen ergreift."

Im bundesweiten Schnitt sind laut dem Energieversorger Wärmepumpentarife um 20 bis 30 Prozent günstiger als klassische Hausstromtarife.

Voraussetzung separater Zähler

Die Stromversorgung der Wärmepumpe muss dafür separat durch einen Zähler erfasst und die Stromversorgung der Wärmepumpe muss unterbrochen werden können. Das ermöglicht ein Rundsteuerempfänger. Über ihn kann der zuständige Verteilnetzbetreiber die Anlage abschalten. Dafür reduziert dieser Konzessionsabgaben und Netzentgelte.

Haushalte, die ihre Wärmepumpe bisher mit Haushaltsstrom betreiben und daher nur einen Zähler haben, können einen zweiten Zähler nachrüsten und so die reduzierten Wärmepumpentarife beziehen.

"Haushalte, die ihre Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom und einem Wärmepumpentarif versorgen, reduzieren ihre Energiekosten besonders stark", so Henle. Auch Speicher steigerten die Kostenersparnis, weil mehr Solarstrom für die Wärmepumpen genutzt werden kann.

Solche speziellen Strom-Messkonzepte mit Wärmepumpe, Solaranlage und Speicher sind technisch möglich, werden aber bisher nur selten vom Netzbetreiber angeboten, teilt das Unternehmen mit. Es bedürfe dazu stets einer Einzel-Abklärung durch den Energieversorger oder den Haushalt selbst.

Heizstrom

Inzwischen sind in Deutschland laut Bundesverband Wärmepumpe rund 800.000 der Anlagen installiert. Im Schnitt benötigt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus pro Jahr rund 3.000 bis 7.000 Kilowattstunden Strom zum Heizen, so Polarstern weiter.

Der typische Strombedarf für elektrische Haushaltsgeräte liegt zum Vergleich bei durchschnittlich rund 3.500 Kilowattstunden. "Bezogen auf die verursachten CO2-Emissionen kommt so ganz schön was zusammen, wenn die Wärmepumpen nicht mit Ökostrom betrieben werden", sagt Henle.