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Wie flexibel ist die Grundstoffindustrie?

Glashersteller oder Zementwerke benötigen gut die Hälfte des industriellen Strombedarfs in Deutschland. Forscher haben untersucht, wie flexibel sich die Grundstoffindustrie an das Stromangebot anpassen kann.

06. März 2018

Eine Studie zeigt Möglichkeiten auf, wie dieser Industriezweig seinen Stromverbrauch dem zeitlichen und örtlichen Angebot anpassen und damit Schwankungen bis hin zur sogenannten Dunkelflaute überbrücken kann, so das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einer Mitteilung.

 

„Angesichts des großen Energiebedarfs ist die Flexibilisierung dieses Industriesektors eine wichtige Stellschraube für ein stabiles Stromnetz mit einem angestrebten hohen Anteil an erneuerbarer Energie“, heißt es.

 

Die Studie entstand im Rahmen des Kopernikus-Projektes Synergie und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

Strombedarf zeitlich verschieben

 

Die Forscher untersuchten den Angaben zufolge ausgewählte Prozesse der Grundstoffindustrie-Branchen Stahl, Chemie, Zement, Glas und Keramik.

 

Prinzipiell können die betrachteten Prozesse eine kurzeitige Flexibilität anbieten und ihre Stromabnahme für 15 Minuten drosseln, so das DLR. Einige Prozesse können demnach auch umgekehrt, bei einem Überangebot, mehr Strom aus dem Netz sinnvoll verwenden.

 

Nach den Worten von Dr. Antje Seitz vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik können selbst kurze Zeiträume eine erhebliche Entlastung für das Netz sein.

 

"Wir haben unter anderem die Prozesse in einem Stahlwerk untersucht, das so viel Strom verbraucht wie die angrenzende Großstadt. Bei Stromengpässen können die Betreiber ohne eine Störung der Betriebsabläufe innerhalb einer Schicht ihren Bedarf bis zu 20 Minuten nach hinten verschieben", so Seitz.

 

Für mehrere Stunden oder gar Tage konnten die Forscher dagegen eine Flexibilität nur bei wenigen Prozessen finden, hier drohen Produktionsausfälle.

 

Die Untersuchungen fanden in enger Zusammenarbeit zwischen den Branchenverbänden und den akademischen Partnern statt.